Als begeisterte Häklerin bin ich selbstverständlich auch schon dem Textilgarn verfallen. Durch seine Dicke und die Verwendung von großen Nadeln kommt man schnell mit seinem Projekt voran, und die Stabilität, die das Garn mitbringt, eignet sich hervorragend für Projekte im Bereich Heimtextilien und -accessoires. Doch wusstest Du schon, dass Du Textilgarn ganz einfach aus nahezu jedem Stoff selbst herstellen kannst? In meinem Blog zeige ich dir, wie das geht.

Bei dem im Handel erhältlichen Textilgarn handelt es sich um ein Randprodukt aus der Textilindustrie. Hierzu werden Stoffreste, die beim Zuschneiden von Kleidungsstücken anfallen, in schmale Streifen geschnitten und aufgerollt. Aus diesem Grund ändern sich auch immer wieder die Farben der erhältlichen Textilgarnrollen, da sich diese nach der Mode richten. Textilgarn besteht meistens aus Baumwolle und einem geringen Anteil Elasthan, welches das Garn dehnbar macht. Dieser Stoff wird auch oft für T-Shirts verwendet, weshalb man Textilgarn auch unter dem Namen T-Shirt-Garn kennt.

Beim Durchstöbern meines Stoffvorrats bin ich auf diesen großen, weißen Baumwollstoff gestoßen, den ich noch von meiner Oma habe. Wie alt er genau ist, weiß ich nicht, aber das Preisschild war noch in D-Mark, also muss er schon einige Jährchen auf dem Buckel haben :) Da ich den Stoff schon seit einigen Jahren habe und bisher keine Verwendung dafür finden konnte, habe ich mich entschlossen, ihn in Textilgarn zu verwandeln. Beim Durchforsten des Internets stieß ich aber meist nur auf Anleitungen für das Schneiden von Textilgarn aus alten T-Shirts. Diese Methode war aber für meinen Stoff nicht zutreffend. Also habe ich meine eigene Vorgehensweise entwickelt, die für jeden Stoff verwendet werden kann, und sich vor allem für große Stoffstücke eignet.

Zunächst habe ich die Webkanten des Stoffes abgeschnitten. Dies muss (genauso wie die späteren Schnitte) nicht super akkurat sein, denn auch gekauftes Textilgarn weißt oft starke Unterschiede in der Breite des Garns auf.

Anschließend habe ich den Stoff wie ein Schneckenhaus zurechtgeschnitten. Dazu habe ich ca. 1 cm vom Rand angesetzt und parallel zur Außenkante bis kurz vor das Ende geschnitten. An der Ecke habe ich in einer Kurve weitergeschnitten und auch die äußere Ecke rund angeglichen. Danach habe ich weiter mit 1 cm Abstand vom Rand bis zur nächsten Ecke geschnitten. Dieses Muster kann so lange fortgesetzt werden, bis man in der Mitte des Stoffes angekommen ist beziehungsweise bis man genug Textilgarn hat. Sollte man nicht so viel Garn benötigen wie man Stoff hat, kann man den Rest, der in der Mitte übrig bleibt, für andere Projekte benutzen.

Wenn man einen leicht elastischen Stoff hat, kann man diesen nun ausdehnen. Dazu zieht man immer Stück für Stück den Stoff auseinander, ohne dass er reißt. Er bekommt dadurch auch seine typische Wellung und wird sogar noch ein Stückchen länger. Da mein Baumwollstoff nicht dehnbar war, habe ich auf diesen Schritt verzichtet.

Anschließend kann man das selbstgefertigte Textilgarn aufrollen. Ich habe mich dafür entschieden, es parallel zum Schneiden gleich auch zu verhäkeln, da ich so die Franzen, die bei meinem Stoff entstanden wären, minimieren konnte.

Wie Du siehst, ist Textilgarn herstellen gar nicht schwierig. Also nun, ran an die Schere und das selbstgemachte Garn! Was häkelst oder strickst Du am liebsten aus Textilgarn?

Kommentare   

Barbara
# +1 super TippBarbara 2017-03-16 07:19
Vielen Dank für den Tipp mit dem "Schneckenhaus- schneiden". Nun kann ich endlich auch meine Stoffreste verwerten, und werde einen Regenbogen - Teppich draus machen :-)
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Romina
# 0 RE: super TippRomina 2017-03-24 09:12
Liebe Barbara,

das klingt ganz wunderbar! Ich wünsche dir viel Freude mit deinem Regenbogen-Tepp ich! :)

Herzliche Grüße,
Romina
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Kitti
# 0 Kitti 2014-12-07 13:52
Danke für diese tolle Idee! Ich werde es ausprobieren. Bin aber nicht ganz sicher wie es gelingen wird :)
LG, Kitti von FilzKugelTeppic he
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